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NUNO, DUNA, TIRA

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Das Stadion/Türme-Projekt der Stadt steht heute quer in der Landschaft. In einer Zeit, wo es vor allem darum geht, umweltgerechte Lebensweisen in einer menschenfreundlichen Stadt zu ermöglichen, brauchen wir keine Stadien für Massenveranstaltungen und keine Türme für anonymes Wohnen.

Das Hardturmstadion befand sich früher am Stadtrand, heute hat die Stadt es eingeholt, und es geht darum, vielfältige Quartiere für Wohnen, Freizeit und Arbeiten zu bauen. Vieles ist falsch gelaufen in Zürich West: zu hoch, zu breit, zu unzugänglich.

Das Hardturmareal ist unsere letzte Chance, dass Zürich West zu einem lebenswerten Stadtteil wird

Auf dem 5 ha grossen Areal haben bequem 3 Nachbarschaften Platz. Wenn wir zwischen 5- bis 8-geschossig bauen, können hier dank neuer Wohnformen je zwischen 400 bis 800 Menschen leben. Zudem entstehen in den 3 grossen Innenhöfen wertvolle und gut nutzbare Grünräume. Insgesamt sind das 2,52 ha, 1,58 m² mehr als in der Brache (0,94 ha), die als Innenhof der Nachbarschaft NUNO weitgehend erhalten bleibt.

Die drei Nachbarschaften treffen beim KATO-Plätzchen zusammen und bilden ein intensives urbanes Ambiente. Selbstverständlich wird dieses Plätzchen, wo drei Mikrozentren und diverse private oder kooperative Betriebe sich ergänzen zu einem Treffpunkt des Quartiers bis zum Gleisbogen.

Nur Wohnen ist heute weder spannend noch ökologisch sinnvoll. Darum wird unser Projekt ergänzt durch QUIK, die Quartier-Industrie- Kooperativen, die alles, was das Quartier (bis zum Escher-Wyss-Platz) an Textilien, Möbeln, Elektr(on)ik, Metallwaren, Maschinen usw. braucht, verleihen, reparieren, herstellen, wiederverwerten. QUIK bildet zugleich, bis die Autos ganz verschwinden, einen Lärmriegel gegenüber den lautesten Strassenzügen. Neben den Arbeitsplätzen in den Nachbarbar- scha en selbst entstehen so weitere Arbeitsplätze in Fussdistanz – das Gegengift gegen das Pendeln.

Was sind neue Nachbarschaften und warum sind sie unverzichtbar für eine enkeltaugliche Zukunft?

NUNO, DUNA, TIRA – so könnten die drei Nachbarschaften auf dem Hardturmareal heissen (sie werden dereinst ihren eigenen Namen finden). Aber warum Nachbarschaften und nicht andere Überbauungen? Warum keine Hochhäuser, warum keine Reihenhäuser, warum Blockrand, warum sechs Geschosse und nicht vier oder zwölf?

Climate Justice braucht einen globalen Umbau

Die vorgeschlagenen Nachbarschaften entsprechen einem globalen Konzept. Genau so wie Climate Justice eine globale Forderung ist, brauchen wir global anwendbare soziale Konzepte, globale Module (glomos), die allen Menschen die gleichen Lebensbedingungen und die gleichen individuellen Entfaltungsmöglichkeiten bieten. Das ist mit der heutigen Konsumgesellschaft nicht machbar. Ökologisch gesehen sind Nachbarschaften eine Bedingungen für das notwendige Teilen und Kooperieren, damit wir mit weniger trotzdem schöner leben können. Die globalen Rahmenbedingungen entsprechen etwa diesem Konsummuster (ein Beispiel unter vielen, nicht individuell zu verstehen):

  • 20 m2 Privatwohnraum (dazu kommen gemeinschaftlich nutzbare Räume)
  • kein Auto, keine Flüge
  • 6 km Personenkilometer Regionalzug pro Tag — 15 kg Fleisch pro Jahr
  • 3 Stunden Internet pro Woche

Eine solche Lebensweise braucht einen sozialen Rahmen, ein globales so- ziales Modul von um die 500 Personen, möglichst alle in nicht mehr als 80m Fussdistanz, so dass sie ihren Alltag zusammen gestalten können.

Zusammen haushalten

Zur ökologischen kommt eine ökonomische Dimension. Jedes glomo braucht eine Landbasis von 60 ha, um sich weitgehend selbst zu versorgen. Auch das geht nur kooperativ und in einem genügend grossen Rahmen, wenn also viele mitmachen.

Zur Ökonomie kommt die Zusammenarbeit der glomo-Bewohnenden beim Kochen, Kinderhüten, Wäsche waschen, beim Unterhalt von Räumen und Einrichtungen. Zusammen haushalten ist ökologisch effektiver und bedeutet weniger Arbeit pro Person. (Siehe: Zusammen haushalten, 2019) Schliesslich sind gut verwobene und selbständige Nachbarschaften auch lockere Lebensgemeinschaften, die ein Zugehörigkeitsgefühl vermitteln, vielfältige soziale Kontakte, aber auch Rückzugsmöglichkeiten.

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