Charta der Bau- & Wohngenossenschaft NeNa1

Was wir sind. Und dein Beitrag.

Multifunktionale Nachbarschaft
Indem wir in NeNa1 eine gemeinsame Infrastruktur aufbauen und betreiben, schonen wir den Planeten, sparen Geld, leben gut und unterhalten uns bestens.

350 bis 800 Personen
NeNa1 ist so gross wie ein Dorf, liegt aber in der Stadt. Denn erst mit vielen Leuten funktionieren multifunktionale Nachbarschaften – und bleiben spannend.

Gemeingut und Commons
In NeNa1 wirtschaftet die Bewohnerschaft zusammen. Das kostet sie nur wenige Stunden Zeit im Monat, bringt aber viel: Sie betreiben zusammen mit allenfalls bezahlten Profis ein Mikrozentrum. Da lagern die Lebensmittel, da bereiten sie in der Grossküche Essen und Trinken zu – die Küchen in den Wohnungen sind dafür nicht ganz so üppig wie heute üblich ausgestattet. Neuigkeiten ausgetauscht werden im gemeinsamen Restaurant oder in der Lounge. NeNa1 bietet Gästezimmer, die den Bewohnenden anstelle von eigenen Gästezimmern in der Wohnung zur Verfügung stehen. Soweit sinnvoll, betreibt NeNa1 genossenschaftlich organisierte Eigenproduktion, -verarbeitung und -dienstleistung, wie z.B. Bäckerei, Textilverarbeitung, Werkstätten und dergleichen.

2000 Watt und 1 Tonne CO2
NeNa1 Bewohnende leben ressourcenschonend und ohne zu verzichten mit mehr Komfort. Dies in einer 1000-Watt-kompatiblen Lebensweise mit persönlicher Obergrenze bei 2000 Watt sowie maximal einer Tonne Treibhausgase pro Person und Jahr.

Alles, was es braucht
Innerhalb einer Minute Fussdistanz findet sich in NeNa1 alles, was die Bewohner im Alltag benötigen: frische Lebensmittel, mindestens ein Restaurant, Mediathek, Arbeitsplätze, Ateliers, nach Bedarf eine Velowerkstatt sowie eine Kinderkrippe – und was es eben so braucht. Diese Infrastruktur wird durch Kooperation von allen mitgetragen.

Mobilität
In einem städtischen Umfeld und in relokalisierten Lebensräumen ist ein eigenes Auto noch überflüssiger als sonst. NeNa1-Bewohnerinnen und Bewohner haben möglichst ihre Arbeitsstelle, aber mindestens ihre Freizeit in Fuss- oder Velodistanz. So brauchen sie keine individuellen Motorfahrzeuge. Für unvermeidbare grössere Warentransporte (z.B. vom Agro- zum Mikrozentrum) stehen gemeinschaftlich genutzte Fahrzeuge zur Verfügung (bspw. «Mobility»).

Das gute Essen
NeNa1-Bewohnerinnen leben von frischen, biologisch angebauten Nahrungsmitteln aus der Umgebung, denn zu NeNa1 gehört ein Agrozentrum auf dem Lande. Dort produzieren Profis mit der Unterstützung von NeNa1- Bewohnerinnen und Bewohnern Gemüse und Früchte, eventuell auch Fleisch- und Milchprodukte. Zudem können sich Genossenschafter im Agrozentrum erholen und Landluft schnuppern.

24/7-Versorgung
Wer in der NeNa1-Genossenschaft lebt, braucht keine Lebensmittel zu horten, denn im Lebensmitteldepot wird alles unter besten Bedingungen gelagert, kann rund um die Uhr geholt werden; das ersetzt Einkaufsfahrten.

Bekocht werden und bekochen
Die Grossküche bedient sich ebenfalls im Lebensmitteldepot. Dank der Kreativität der professionellen Köche kann beinahe alles verwertet oder eingemacht werden, was vom Agrozentrum kommt. Und unsere Küche bereitet feines und gesundes Essen für alle zu. Für individuelles Kochen stehen Küchen in den Wohnungen zur Verfügung. Genossenschafter können aber auch mal im Restaurant selber andere bekochen und mit ihnen feiern.

Leben in der Stadt
Wir leben in der Stadt, wo alles in attraktiver Verdichtung ressourcenschonend naheliegend ist: Mitmenschen, Kultur, Ablenkung und Genuss. NeNa1 deckt den Alltag ab. Doch ab und an sind NeNa1-Bewohnerinnen und Bewohner auch auf dem angeschlossenen Agrobetrieb in der Nähe zu treffen, wo sie sich erholen, etwa bei Aussaat oder Ernte helfen und den Aufenthalt geniessen.

Genug Platz
In NeNa1 kann man sich gut und gerne in die eigenen vier Wände zurückziehen. Da NeNa1 aber viele sinnvolle und unterschiedliche Commons-Räume hat, wird das seltener der Fall sein. So genügt ein Privatraum von 20 bis 35 m2 pro Person für einen abwechslungsreichen Alltag mit allem drum und dran.

Preiswert
Da NeNa1 einerseits keine Renditeobjekt ist und andererseits die Bewohnerinnen und Bewohner mit ihren Fähigkeiten miteinbezieht, ist das Leben in der Genossenschaft vergleichsweise preiswert. Noch günstiger wird die Miete durch eine effiziente Landnutzung mit 6-8 stöckigen Gebäuden, sofern erlaubt, und den «Allmenden» – den NeNa1-Commons-Lebensräumen.

Nicht gewinnorientiert
NeNa1 strebt ein gutes Leben für alle an, keinesfalls jedoch Rendite oder Gewinn. Die Mieten sind solidarisch nach Aufwand ausgelegt und entsprechend tief. Spareinlagen von Genossenschaftern werden in einer Depositenkasse verzinst.

Individuell
Die Bau- und Wohngenossenschaft NeNa1 bietet nicht mehr und nicht weniger als gemeinsame Infrastruktur. Wir betreiben sie gemeinsam zum Nutzen von allen Bewohnerinnen und Bewohnern; egal, welche Lebensentwürfe sie haben. NeNa1 ist im Rahmen von Statuten, Charta, Leitbild, Betriebsreglement und GV-Beschlüssen offen für unterschiedlichste Lebensgestaltungen. Doch zum Betrieb der Infrastruktur ist ein gewisser Einsatz aller nötig und obligatorisch. Dafür hat man privat weniger Auslagen, und weniger Hausarbeit zu verrichten und damit mehr individuelle Zeit. Als Zweckverband stellen wir in erster Linie gemeinsam genutzte Infrastruktur bevorzugt genossenschaftlich bereit, so ist eine Diversität der Lebensgestaltung nicht nur annehmbar, sondern vielmehr bereichernd. Da die NeNa1-Nachbarschaft eine grosse Menge Leute umfasst, finden alle ein Umfeld, sich einzubringen.

Durchmischt
NeNa1 ist kein Ghetto, weder aus Generationen, noch aus Nationen. Vielmehr soll die Durchmischung analog zu jener der Schweiz sein. Dabei unterstützen sich die Generationen gegenseitig bei ihren Schwächen mit ihren Stärken.

Regeln
Wenn rund 500 Leute kooperieren, braucht es verbindliche Regeln, wie z.B. diese Charta, die du gerade liest. So ist ein gewisses Engagement nötig, wobei Vorlieben und Fähigkeiten möglichst berücksichtigt sind; so können sich die Menschen einbringen. Und der Nutzen ist derart hoch, dass die Regeln gerne einverleibt werden.

Solidarität
Wer sich gemäss den Grundsätzen von NeNa1 aktiv konstruktiv am nachbarschaftlichen Betrieb beteiligt, geniesst lebenslanges Wohnrecht bei NeNa1.