THEMA-Werkstätten

Neben einer neuen Lebensmittelversorgung (siehe: Mikroagro) ist auch eine Relokalisierung der Produktion weiterer Güter des täglichen Bedarfs für eine ökologisch tragbare Lebensweise unabdinglich.

Aktuell verbrauchen wir viel zu viele Güter, die von viel zu weit herkommen und viel zu wenig lang benutzbar sind. Daher die Abfallschwemme. Die Zeiten, als es noch um die Ecke einen Schreiner, einen Schneider oder einen Schlosser gab, sind längst vergangen. Solche kleinen Gewerbebetriebe wurden verdrängt, oder sie sind unter den heutigen ökonomischen Bedingungen nicht mehr überlebensfähig (z.B. Konkurrenz durch Niedriglohn- oder Massenprodukte).

Sowohl die Benutzung von Gütern wie auch ihre Herstellung müssen daher auf eine neue Grundlage gestellt werden. Daher: THEMA!

THEMA (Textil, Holz, Elektr(on)ik, Metall, und Anderes wie Wachs, Harz, Fett, Leim, Glas, Pigmente, Papier, Plastik, Leder, Sand, Federn, Gummi, Duftstoffe etc.) ist ein Cluster von miteinander verwobenen demiurgischen (von griechisch: demos=Gemeinde; urgos=Arbeiter) Depots und Werkstätten.

Wichtige Eigenschaften sind:

  • die Unterscheidung Produkt/Dienstleistung fällt dahin: es geht immer nur um den Nutzen. Es werden nicht Dinge verkauft, sondern es wird gegenseitiger Nutzen erzeugt
  • im Vordergrund steht der Gebrauchswert für die Genossenschafterinnen und Genossenschafter, nicht der Besitz: Verleihsysteme, Tauschlager, Mietverträge: gemeinsam geniessen statt einsam besitzen
  • die Verantwortung für Produkte bleibt beim zuständigen THEMA-Betrieb: lebenslanger Service, d.h. Erhaltung des Nutzens, ist Teil des genossenschaftlichen Vertrags (Life Time Use)
  • es wird vorrangig repariert, optimiert, gewartet, umgenutzt, wiederverwertet; vorhandene Ressourcen (Materialien, Fähigkeiten) werden genutzt (urban mining)
  • durch die Nähe unterstützt THEMA Synergien zwischen den dazugehörenden Werkstätten
  • die professionellen Arbeiterinnen und Arbeiter sind Angestellte einer Genossenschaft und keine Einzelfirmen; sie sollen wenn möglich im Quartier wohnen – wir alle sind Unternehmerinnen und Unternehmer
  • die Werk- und Wirksätten sind Teil einer Quartiergenossenschaft (also einer demokratischen Struktur): kooperieren statt konkurrenzieren
  • die Werkstätten müssen keinen Profit abwerfen, sondern nur kostendeckend wirtschaften; die Löhne der bezahlten Arbeiter sind nicht umsatzabhängig: weniger Stress, mehr Qualität
  • die Werkstätten produzieren Dinge, die die Quartierbewohnerinnen und Quartierbewohner (=Genossenschafterinnen und Genossenschafter) wünschen/brauchen, auf Bestellung: kommunzieren statt kommerzialisieren
  • unbezahlte Mitarbeit der Genossenschafterinnen und Genossenschafter ergänzt die Arbeit der Fachleute (je nach Fähigkeiten, Zeit und Lust) – damit werden Kosten gesenkt und garantiert, dass nur Güter hergestellt werden, die wirklich einem Bedürfnis entsprechen; die Konsumenten kennen ihre Produzenten
  • die für die «Aussenwirtschaft» bestimmten Güter (mindestens 50 % der Güter sind für das Quartier selbst bestimmt) werden möglichst marktfrei an andere Quartiere (oder deren THEMAs) geliefert oder mit deren Gütern getauscht
  • die hergestellten Güter entsprechen einem neuen Ökodesign (schön, funktional, haltbar, ressourcenschonend, kollektiv nutzbar, mit fair hergestellten Rohstoffen, reparierbar usw.), das zugleich in THEMA entwickelt wird. THEMA ist Forschungs-, Entwicklungs- und Lehrplatz. Eine Zusammenarbeit mit Universitäten und Berufsverbänden wird gesucht.

THEMA schafft Ökologie auf Quartierebene. Es schafft professionelle und sichere Arbeitsplätze und gibt allen Quartierbewohnerinnen und -bewohner die Möglichkeit bei der Produktion benötigter Güter und Dienstleistungen persönlich mitzuwirken.