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NeNa1 in Kürze

Kurz und bündig

Wir wollen in Zürich eine Nachbarschaft bauen. Das ist eine städtische Siedlung für etwa 500 Leute, in der es sich besser und zugleich ressourcenschonender lebt als in jeder anderen modernen Wohnform. Wie geht das?

Unsere Markenzeichen

Erstens: Wir nutzen möglichst viel gemeinsam - von Infrastruktur für Hausarbeit und Freizeit bis zu landwirtschaftlichen Anbauflächen, von Werkzeugen und elektrischen Geräten über die Energieerzeugung bis hin zu Internet und Rechenpower. Der oder die einzelne kann so viel bessere Dinge benutzen und gleichzeitig wird der Verbrauch pro Kopf gesenkt. Ein angenehmer Nebeneffekt: mehr soziale Interaktion.

Zweitens: Wir schauen das Gesamtpaket an. Flächen sowie Strom-, Wasser- und Heizverbrauch machen nur einen kleinen Teil des privaten ökologischen Fussabdrucks aus. Wer nachhaltig leben möchte, muss über diesen Tellerrand hinausschauen. Wir beziehen deshalb auch Mobilität, Ernährung und Konsumverhalten sowie den grauen Ressourcenverbrauch in die Gestaltung der Nachbarschaft ein.

Drittens: Wir setzen Verhalten und Technologie an einen Tisch. Wir wollen uns anders organisieren und leben, aber auch die neueste Technik nutzen, zum Beispiel bei der Energieerzeugung und -speicherung, in der Landwirtschaft oder in der digitalen Organisation über unsere Nachbarschafts-App. So sind wir doppelt abgesichert.

Die Nachbarschaft

Die Nachbarschaft ist zunächst einmal ein Haus. Vielleicht sind es auch mehrere Häuser, jedenfalls nehmen sie zusammen etwa eine Hektare ein folgen dem Blockrandmodell mit einem grosszügigen Hof nach innen.

Wir sind uns ziemlich sicher, dass die Häuser spannend aussehen werden. Etwas anders als die meisten Überbauungen dieser Grössenordnung, vielleicht hübscher, auf jeden Fall lebensfreundlicher und praktisch.

Pro Kopf gibt es 20 bis 35m² Wohnfläche, dazu eine breite Auswahl an Wohnformen. Wer gerne individuell, leicht und komfortabel lebt, macht es sich vielleicht in einer kleinen 1P-Wohnung gemütlich; wer die Gemeinschaft liebt, schliesst sich einer WG an. Auch konventionelle Wohnformen wie Paar- und Familienwohnung sind im Angebot.

Die Nachbarschaft ist aber mehr als nur gebauter Raum: Sie ist ein umfassendes Projekt, in dem die Menschen eine wichtige Rolle spielen, ebenso wie die gemeinschaftliche Infrastruktur und Organisation.

Die Bewohnenden

Bei uns wohnen etwa 500 Leute. Das ist eine gute Zahl, damit sich der Betrieb der gemeinschaftlichen Infrastruktur lohnt - insbesondere von Landbasis und Lebensmittellager.

Die Bewohnerschaft ist durchmischt: Es gibt Junge und Alte, Arme und Reiche, Menschen aus der Schweiz und von anderswo. Wir wollen kein Ghetto sein - weder für Bedürftige noch für gut verdienende LOHAs. Unser Ziel ist es, den Bevölkerungsdurchschnitt der Stadt Zürich abzubilden.

Wichtig ist uns, dass die Bewohnenden Interesse und Engagement mitbringen - ohne das kann die Nachbarschaft nicht funktionieren. Die Vermietungskommission wird deshalb neben der Durchmischung auch darauf achten, wie sich Mietinteressierte einbringen möchten.

Commons und Infrastruktur

Commons sind Dinge, die eine Gruppe von Menschen gemeinsam und nach ihren eigenen Regeln nutzt.

Die Idee der Commons ist uralt und spiegelt sich in so verschiedenen Nutzungsformen wie der alpinen Allmende oder der genossenschaftlichen Waschküche wieder. Wichtig für das Funktionieren sind unter anderem eine klar umrissene Gruppe und ebenso klare Nutzungsregeln.

Bei NeNa1 sind Commons der entscheidende Trick, der es möglich macht, gleichzeitig den Ressourcenverbrauch pro Kopf zu senken und bessere Güter zur Verfügung zu stellen.

Ein wichtiges Common ist das Mikrozentrum, wo sich gemeinschaftliche Infrastruktur gut zugänglich ballt: eine Grossküche, Essräume und ein Lebensmittellager, ein Foyer mit Zeitungen und einer Mediathek und eine Gästepension. Weitere Commons-Räume sind über die Nachbarschaft verteilt, zum Beispiel Werkstätte und Waschsalons, ein kleines Spa oder ein Musikübungsraum.

Zentral sind auch die Ernährungs-Commons, zu denen neben Küche und Lager auch die Landbasis gehört - siehe Ernährung und Landwirtschaft.

Commons in NeNa1 gehen aber über Räumlichkeiten weit hinaus und könnten zum Beispiel auch Dinge wie diese beinhalten:

  • distribuierte Stromproduktion
  • Intranet mit Nachbarschaftsapp
  • geteilte Rechenleistung
  • Arbeit für die Nachbarschaft

Ernährung und Landwirtschaft

Zu NeNa1 gehört die Landbasis, ein Bauernhof, der eng mit der Genossenschaft verbunden ist: Die Nachbarschaft bezieht einen möglichst grossen Teil ihrer Lebensmittel von der Landbasis und ist im Gegenzug für diese ein wirtschaftliches Standbein. Die Bewohnenden arbeiten auf der Landbasis nach dem Modell der solidarischen Landwirtschaft mit und können diese auch als Erholungsort nutzen.

Die von der Landbasis erzeugten Lebensmittel landen entweder direkt im Lebensmittellager der Nachbarschaft oder werden dort weiterverarbeitet. Im Lebensmittellager können sich die Bewohnenden rund um die Uhr mit frischen und nachhaltig produzierten Lebensmitteln versorgen - Regionalität, Saisonalität und Bio gehen hier Hand in Hand.

Dieselben Lebensmittel nutzt auch die Grossküche der Nachbarschaft, die täglich mindestens ein Menü serviert. Die Bewohnenden können das Essen in der Grossküche abonnieren und wer möchte, kann eine Wohnung wählen, in der überhaupt keine private Küche vorhanden ist. In der Grossküche sind Profis angestellt, die sicherstellen, dass dort abwechslungsreicher und feiner gekocht wird, als es die meisten von zu Hause gewohnt sind.

Mobilität

Die Nachbarschaft liegt in der Stadt, idealerweise in einem dichten, gut funktionierenden Quartier. Typische Agglomerationen mit viel Wohnraum, aber vergleichsweise wenig Arbeitsplätzen und Freizeiträumen können weniger effizient erschlossen werden und generieren starke Verkehrsströme. Sie sind damit unökologisch.

In NeNa1 wird ein Teil des Lebens relokalisiert. Das Mikrozentrum, Werkstätten, Gewerbe im Blockrand, Co-working spaces vor Ort und das Gemeinschaftsleben tragen dazu bei, Reisewege für Einkäufe und Freizeit auf ein Minimum zu reduzieren. Weitere Angebote finden sich im Quartier und in der Stadt, an die die Nachbarschaft durch den ÖV gut angeschlossen ist.

NeNa1 ist weitgehend autofrei. Für Menschen mit Mobilitätsbeschränkung und Umzüge stehen einige Carsharing-Autos zur Verfügung. Dafür gibt es grosszügige Veloparkplätze und eine kleine Velowerkstatt. Die wichtigsten Orte innerhalb der Nachbarschaft sind allesamt in Pantoffeldistanz.

Interne Wirtschaft

Alle, die es können, arbeiten bei NeNa1 mit, zum Beispiel in den Bereichen Ernährung (Landbasis, Lebensmittellager, Haltbarmacherei), Raumpflege (Putzen, Hofbegrünung, Kräutergarten) oder Service (Rezeption, Betreuung, Verwaltung, IT).

Damit kommen wir dem Wandel in der Arbeitswelt entgegen, wo aufgrund immer höherer Produktivität und fortschreitender Automatisierung immer weniger Lohnarbeit nötig ist. Wir übersetzen einen Teil vom Geld zurück in Zeit und weichen damit auch den Gegensatz von Produktion und Konsum auf. Ausserdem sparen damit alle Bewohnenden massiv Zeit und Geld, die sie z. B. für Freizeit nutzen können (siehe Zusammen haushalten).

Neben den Bewohnenden gibt es auch Angestellte (die sog. Demiurg_innen), die Arbeiten erledigen, die einen hohen Grad von Professionalität erfordern, z. B. in der Grossküche oder in der Hauswartung.

Organisation

NeNa1 ist eine Genossenschaft und wird auch eine bleiben, wenn die Nachbarschaft einmal steht. Bei der internen Organisation gilt das Subsidiaritätsprinzip: Probleme werden auf der Ebene gelöst, die sie betreffen, sei es eine einzelne WG, ein Stockwerk oder die gesamte Genossenschaft.

Ein weiterer wichtiger Eckpfeiler unserer Organisation ist Partizipation. Partizipation bedeutet, dass möglichst viele Genossenschaftsmitglieder die Möglichkeit erhalten, sich über Aktivitäten auf höheren Organisationsebenen zu informieren, ihre Ideen einzubringen und mitzuentscheiden. Wir haben schon jetzt verschiedene Kanäle und Prozesse, über die Partizipation erfolgen kann, und wollen diese während und nach dem Bau offen halten.

Zu einem guten Zusammenleben gehören auch Konflikte und Wege, sie zu lösen. Wir machen uns umfassende Gedanken über das Zusammenspiel von Regeln und Freiheiten in der Nachbarschaft und fördern Austausch und Kompromisse durch eine Mediationsstelle. Generationen leben in NeNa1 zusammen und profitieren voneinander, zum Beispiel bei Kinderhüten und Hausaufgabenhilfe.

Noch Fragen?

Unser Konzept ist offen. Einiges haben wir hier aus Platzgründen weggelassen, anderes ist noch im Fluss und wird erst Gestalt annehmen, sobald wir Land gefunden haben.

Wenn dein Wissenshunger noch nicht gestillt ist, kannst du hier noch mehr erfahren:

  • Lade dir Infomaterialien herunter, die stärker in die Tiefe gehen.
  • Informiere dich, wieso wir Menschen unseren Ressourcenverbrauch reduzieren sollten.
  • Schau bei Neustart vorbei, dem Schweizer Thinktank, auf dessen Ideen die von NeNa1 aufbauen.
  • Und vielleicht am effektivsten: Komm zu einem unserer offenen Treffen!